Interior

Moritz Putziers’ nomadische Wohnideen

Moritz Putzier entwirft Möbel und Objekte, die außergewöhnliche Ideen auf denkbar schlichte Formen bringen. Erst auf den zweiten Blick entdeckt man die Pointe.

Kochtisch Moritz Putzier

Ein weißer, pulverbeschichteter Stahlrahmen, zwei Holzplanken aus massiver Eiche. An einem schmalen Edelstahlrohr lassen sich Bratpfanne und andere Kochutensilien aufhängen. Der Clou des Cooking Table: die beiden ausfahrbaren Bretter öffnen sich auf Wunsch einen Spalt und an die unter dem Tisch montierte Gaskartusche kann ein Aufbau aus Keramik und Kupfer angeschlossen werden. Flugs ist – im Garten, auf der Terrasse – eine kleine Küchenstation aufgebaut, die unabhängig von einem Stromanschluss funktioniert.

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Auch wenn der Cooking Table natürlich nicht mal schnell auf der Wiese im Stadtpark platziert werden kann, schwingt da doch diese Empfindung der jungen Nomaden mit, die sich mit Laptop überall da (für eine Zeit lang) niederlassen, wo es gerade lauschig ist.

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Aufbewahrt und transportiert werden die Lebensmittel in Putziers’ schönen Porzellanbehältern, deren Deckel zugleich als Schneidebretter verwendet werden können.

Kochtisch Moritz Putzier

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Wie der Cooking Table ist auch Das Regal Hang Up auf eine Art nomadisch. Die Erscheinung ist puristisch, die Bretter sind individuell höhenverstellbar – und mit nur einem Wandhaken ist es simple an- und wieder abmontiert.

Für das Wohnzimmer oder neben das Bett stellt man sich das Regal für Bücher und Krams in der langen Variante auf den Boden, die kurze Version hängt frei zum Beispiel über der Arbeitsplatte in der Küche.

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Mit den ebenfalls schnell montierten Cluster Dots lässt sich alles, was man nur irgendwie aufhängen kann, einfach… wenn auch nicht direkt verstauen, so doch zumindest erst mal dekorativ aus dem Weg schaffen.

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In die Kategorie »einfach und genial« fällt auch die Tischleuchte Inti. Auf einem wie eine Fackel gestalteten Unterbau mit konischem Abschluss scheint eine goldene Sphäre zu schweben. In der Tat ist die aufliegende Kugel in der einen Hälfte transparent, in der anderen mit Farbe beschichtet und innen verspiegelt. Manuell lässt sich diese nur aufliegende Kugel leicht in alle Richtungen drehen, wodurch das aus dem Schaft strahlende Licht gelenkt und ganz mechanisch quasi stufenlos gedimmt werden kann. Inti, der Sonnengott der Inkas, scheint atmosphärisch in verschiedenen Silhouetten und ist zugleich hochfunktional.

Der 1986 in München geborene Moritz Putzier zog für sein Studium an der Hochschule für Künste Bremen 2007 in die Stadt an der Weser, wo er seitdem lebt und arbeitet. Sein Cooking Table gewann den Pure Talents Wettbewerb auf der imm cologne 2015. Wir freuen uns schon auf neue außergewöhnliche Gestaltungsideen aus dem hanseatischen Norden!

Mehr Informationen unter www.moritzputzier.com.

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Abbildungen Projekt Hang Up: Studio Moritz Putzier
Alle weiteren Abbildungen: Caspar Sessler

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