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Hoi An: A Food Shangri-La

Vor zweihundert Jahren war Hoi An eine bedeutende Handelsstadt in Vietnam, dann versandete langsam der Hafen und die im 19. Jahrhundert immer größer werdenden Schiffe steuerten die nördlich gelegene Bucht von Da Nang an. Während letzteres heute zu einer modernen Millionenmetropole angewachsen ist, fiel Hoi An in einen Dornröschenschlaf und erhielt sich so seine traditionelle Stadtstruktur und Bausubstanz.

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Chinesische Delegationen aus Hainan, Fujian, Kanton, Trieu Chau bauten seit dem 17. Jahrhundert je ihre eigenen Handels- und Versammlungshäuser mit anschließenden Schreinen und Tempeln. Japanische Händler errichteten eine steinerne Brücke, auf der sich kleine Gewerbe ansiedelten. Darüber hinaus sind unzählige alter »Tunnelhäuser« erhalten, die das Bild vietnamesischer Städte bis ins 20. Jahrhundert prägten: meist ein- bis zweistöckige Bauten mit schmaler, repräsentativer Front zur Straße hin, in der Waren aller Art angeboten wurden, dahinter ein länglicher Hinterhof an den sich schließlich der Wohnbereich anschließt.

In einer der jüngsten, ab 1855 neu errichteten Versammlungshalle der chinesischen Vereinigungen finden sich in der klassischen chinesischen Tempelarchitektur schon einige westliche Einflüsse, wie die gusseisernen Säulen und verzierten Geländer der Seitenflügel.

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Erst mit der Öffnung Vietnams für den Tourismus in den 1990er Jahren wurde das Örtchen wiederentdeckt und ist seit seiner Ernennung zum UNESCO Weltkulturerbe 1999 dank der zahlreichen Besucher wieder hell wach. Dabei hat sich Hoi An auch zu einem kleinen Food-Paradies entwickelt. Im Mermaid, nahe dem alten Markt, findet man ein sehr schmackhaftes Cao Lau – eine zentralvietnamesische Nudelspezialität mit Shrimps und dünn aufgeschnittener, knuspriger Schweineschwarte; im Cargo Club vorzügliche Eggs Benedict und Cinnamon Rolls aus der eigenen Bäckerei. Und bei Banh Mi Phuong gib es die weltbesten vietnamesischen Baguettes  – so zumindest wurden die Banh Mi von Anthony Bourdain ausgezeichnet, dem wir keinesfalls widersprechen wollen.

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Mit dem Fahrrad einige Minuten außerhalb der Stadt liegt das Baby Mustard auf einer kleinen Insel inmitten von Reis- und Gemüsefeldern, wo nach strengen Umweltschutzrichtlinien und ohne Pestizide angebaut wird – für Vietnam ein Pilotprojekt und ökologischer Meilenstein.

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Folgt man der Straße noch ein Stück weiter erreicht man den von Palmen gesäumten Strand.

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