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Die Höhlen und Karstfelsen von Tam Coc

Die Region um den Weiler Tam Coc in Nordvietnam wartet mit einer der bezauberndsten Landschaften der Welt auf. Zwischen abertausenden Karstfelsen schlängeln sich gemächlich fließende Flüsse, und zwischen Jahrhunderte alten Pagoden bestellen Bauern mit Ochsen ihre Reisfelder.

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In den Felsen haben sich über Äonen unzählige imposantere und kleinere Höhlen gebildet. Einige gelten als heilig und werden verehrt. Die Chua Bich Dong, die Pagode der Smaragd-Grotte, ist die größte und schönste Tempelanlage, direkt in den Felsen hineingebaut und nur mit einer über einen See gespannten Brücke erreichbar. Von hier aus geht es einen schmalen, in den Stein geschlagenen Pfad steil bergauf. Der Tempel wird von einigen Nonnen bewohnt, die täglich hinauf zu den heiligen Grotten pilgern und den überlebensgroßen schwarzen Buddhastatuen Weihegaben darbieten.

Am schönsten erkundet man die Umgebung mit dem Fahrrad. Auf den nur zum Teil befestigten Straßen ist kein Verkehr und die den südostasiatischen Städten eigene Hektik ist schnell vergessen. Man findet in Tam Coc ein für Vietnam typisches ländliches Leben, ist aber von einer atemberaubenden naturgeformten Szenerie umgeben. Es ist wirklich erstaunlich, dass diese als »trockene Ha Long Bucht« gepriesene Landschaft touristisch noch relativ wenig erschlossen ist.

Vor 1000 Jahren gründete der Herrscher Dinh Tien Hoang nicht wegen der pittoresken Erscheinung sondern aus strategischen Gründen hier Hoa Lu, die neue Hauptstadt der Viet. Im durch Karsthügel geschützten Tal konnte er seine fragile Macht behaupten und das erst kürzlich vom Joch der Chinesen befreite Reich sichern.

Die gesichtslose Provinzhauptstadt Ninh Binh ist heute Zentrum der Zementindustrie und hat außer der Eisenbahn- und Autobahnanbindung für Besucher wenig zu bieten. Bis vor wenigen Jahren war sie Ausgangspunkt für Touren in die Umgebung, inzwischen gibt es aber auch einige Unterkünfte in Tam Coc, wo man direkt zwischen den Karstfelsen und Reisfeldern übernachten kann.

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Das Tam Coc Garden Resort ist eine inmitten von Reisfeldern gelegene Oase und momentan wohl die angenehmste Möglichkeit für einen Aufenthalt in der Region.

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Das abgelegene Naturreservat Vườn Chim Thung Nham ist erst seit kurzem für die Öffentlichkeit zugänglich und noch in keinem Reiseführer gelistet. Hier gibt es eine ganze Reihe von Höhlen zu erkunden, sowohl per Ruderboot als auch zu Fuß auf waghalsigen hölzernen Stegen, die über den teilweise überfluteten Höhlenboden hängen. Ein von Bergen ringsum geschützter kleiner See ist vor Sonnenuntergang Treffpunkt hunderter Kraniche und Reiher, die von den umliegenden Tälern herbei fliegen.

Von Hanoi erreicht man Tam Coc nach ca. zwei Stunden Fahrt über die ausgebaute Landstraße nach Ninh Binh. Wem die täglich von hunderten Ausflugsbooten bevölkerte Ha-Long-Bucht inzwischen zu stark frequentiert ist, um die Landschaft der Karstfelsen in ihrer vollen Schönheit genießen zu können, dem sei Tam Coc empfohlen. Vietnamesische Touristen konzentrieren sich bei einem Tagesausflug auf den Besuch weniger Höhlen. Wer 2-3 Nächte bleibt, kann die Ruhe des Landes ganz in sich aufnehmen.

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