Travel

Die Festung Tulúm in Mexiko

Nach fast einem Monat auf See und von einem gewaltigen Sturm vom Kurs abgebracht, erblickte die Mannschaft unter Francisco Hernandez de Cordoba am 3. März 1517 endlich Land. Über einem weiten Sandstrand ragte eine Steilküste auf und hoch auf einer Klippe lag eine steinerne Festung.

Der Konquistador glaubte, noch nie einen so hohen Turm gesehen zu haben und nannte die Ansiedlung das »große Kairo«. Am folgenden Tag näherten sich vier lange Einbäume der spanischen Erkundungsflotte und 30 friedliche Menschen kamen an Bord: der erste offizielle Kontakt der mexikanischen Indios mit Europäern.

Als aber die Spanier am 5. März an Land gingen, wurden sie von einem Hagel aus Pfeilen und Speeren überrascht. Den europäischen Feuerwaffen hatten die in Baumwollpanzern geschützten Angreifer wenig entgegensetzen. Die Mayas zogen sich in ihre Festung (Tulúm bedeutet Festung in Mayathan) zurück. Vier Meter hohe und drei Meter dicke Mauern aus Stein, die mit hochentwickeltem Mörtel zusammengehalten wurden, umgaben die Befestigung, die durch fünf Tore zugänglich war. Nun aber nahmen die Spanier ihrerseits die Verfolgung auf. Nach kurzem Scharmützel konnten sie die Felsklippe einnehmen und standen inmitten einer prächtigen Stadt.

Das von den Eroberern als Castillo gedeutete zentrale Heiligtum wendet der See seine Rückseite zu. Auf der über eine monumentale Freitreppe erreichbaren Plattform thront der Tempel, zwei Schlangensäulen bewachen den Eingang.

Die Ruinen von Tulúm, auf dem Felsen direkt über dem in karibischem Blau leuchtenden Ozean, zeugen nicht nur bis heute von der Hochkultur der Maya, sondern sind auch so malerisch gelegen, dass sie unweigerlich die Phantasie vieler Generationen von Reisenden aus Europa angeregt haben.

acanthus_tulum_mexico_maya

Die Cenoten sind Süßwasserreservoirs in natürlichem Stein. Überall auf der Halbinsel von Yucatan findet man sie, einige von ihnen wurden als heilig verehrt. In einem Land, das keine Frischwasservorkommen wie Seen oder Flüsse besitzt, sind die Regenauffangbecken überlebenswichtig für die Existenz einer Zivilisation. Heute sind sie beliebte Ausflugsziele: Sie garantieren Abkühlung und die sich verzweigenden, von vielen bunten Fischen bewohnten Becken mit ihrem kristallklaren Wasser sind zum Schnorcheln geradezu paradiesisch.

Tulúm liegt nur 100 Kilometer von der bekannten Touristenhochburg Cancun entfernt, doch was das Flair angeht, liegen Welten dazwischen. Sicherlich hat auch in Tulúm die Moderne Einzug gehalten; Rechts und Links der den Ort durchziehenden Landstraße finden sich diverse Souvenirläden, Restaurants und Hotelunterkünfte. Dennoch hat es sich das gewisse Etwas bewahrt – und ist längst kein Geheimtipp mehr. Es hat so viel zu bieten: Ruinen, Dschungel und Cenoten für Jene, die entdecken wollen und wunderschöne Strände für die, die am karibischen Strand Entspannung suchen. Das alte Fischerdorf mit knapp 15.000 Einwohnern ist ein kleines Schmuckstück und zählt zu einem der sehenswertesten Ziele Mexikos.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *